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2017 Ausnahmekollektionen bei Vogüé, Chevillon, Dujac und Angerville

2017 Ausnahmekollektionen bei Vogüé, Chevillon, Dujac und Angerville

Domaine Comte Georges de Vogüé
Chambolle-Musigny

Nach den extremen Einbußen von 70% unter dem Durchschnitt (!) in 2016, tat es besonders gut, einen gut gefüllten Keller bei der Verkostung des Jahrgangs 2017 vom Fass zu sehen. 2017 lieferte normale Erträge, wobei es durchaus eine Herausforderung für das Team war, die Reben, die voller Energie waren, im Zaum zu halten und die Erträge zeitgerecht und sinnvoll auf am Ende 30- 35hl/ha zu reduzieren. Eine gewisse Ironie hat das durchaus, aber die Qualität der 17er gibt Francois Millet recht. Ab dem 02. September begann man in 2017, die recht großbeerigen Trauben zu lesen und am Ende stehen nun Weine mit guter Konzentration, intensiver Frucht und natürlicher Eleganz. Der Chambolle Village ist ungemein charmant geraten, mit purer, dunkler Frucht und feiner Würze und zeichnet so die Charakteristik für die gesamte Kollektion vor. Obwohl Francois - ähnlich wie in 2016 - sehr zurückhaltend mit der Extraktion war und bei den meisten Weinen auf eine Pigeage verzichtet hat, haben die Weine eine sehr gute Substanz und schöne Balance.

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Domaine Chevillon
Nuits-Saint-Georges

Irgendwie schafft es Bertrand Chevillon, uns jedes Jahr auf´s Neue zu begeistern. 2017 stellt hier keine Ausnahme dar. Die gesamte Kollektion 2017 ließ uns staunen, was in diesem Jahr möglich war. Die Weine präsentierten sich bei der Fassprobe im November letzten Jahres bereits in einem atemberaubenden Zustand. Den Grundstein legte, neben der recht frühe Lese ab dem 5. September, die Arbeit im Weinberg und v.a. die Moderation der Erträge. Chevillon´s Weine bilden erneut beispielhaft das komplexe und vielfältige Terroir von Nuits-Saint-Georges ab. Sie sind pur, raffiniert, betörend und von einer frappierenden Terroir- Authentizität. Wer schon einmal die Gelegenheit hatte, drei oder vier seiner 1er Crus aus einem Jahr nebeneinander zu probieren, versteht schnell, dass Terroir nicht nur ein leeres Wort ist. Insgesamt besitzt die Domaine acht 1er Crus der Appellation Nuits-Saint-Georges. Jeder für sich ein prototypisches Beispiel für seinen spezifischen Lagenausdruck. Wie immer, neben den etwas stoffigeren Roncières und Pruliers, sind les Cailles, Vaucrains und Les St. Georges absolute Spitzenklasse und nur dem Namen nach keine Grands Crus.

Die 2017er habe eine pure, saftige Frucht und eine feine, faszinierende Struktur, die den Weinen ein sehr gutes Potential sichert.

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Domaine Dujac
Morey-Saint-Denis

2017 war ein großartiger Jahrgang für die Familie Seysses, auch weil man weitestgehend von Frostschäden verschont blieb und somit kaum Einbußen zu verzeichnen hatte. Die kerngesunden Trauben erbrachten wahre Burgund- Elixiere, brillante Ausdrucksformen der magischen Terroirs von Burgund. Dies zeigt sich schon darin, dass die Ortsweine von Dujac Fils & Père, entgegen manchen Vermutungen, den Weinen der Domaine in der jeweiligen Appellation in 2017 absolut ebenbürtig sind, so dass ein Kauf der weniger prestigeträchtigen Negotiant-Variante mehr Wein fürs Geld bringt! Wohlwollend haben wir festgestellt, dass man bei Dujac trotz des perfekten Lesegutes den Weg der behutsamen Reduktion des Neuholzeinsatzes konsequent fortführt und bei gutem Gesundheitszustand auch weiterhin mit einem hohen Anteil ganzer Trauben arbeitet. Wie schon in 2014 und 2016 war ein hervorstechendes Merkmal aller Weine ihre unglaubliche Frische und Transparenz, die einen regelrecht aus dem Glas ansprang. Essenzen voller Reintönigkeit und Rasse. Die Qualitätshierarchie ist auf höchstem Niveau linear, proportional zum Potenzial der Lagen und jeder Wein für sich hat enorm viel zu bieten. Ganz stark präsentierte sich dieses Jahr der weiße Morey Monts Luisants, eine Hausspezialität bei Dujac. Es fällt schwer, Empfehlungen aus einer solch homogenen und exzeptionellen Kollektion auszusuchen, besonders gefallen haben uns diesmal der Chambolle Musigny von Dujac F&P, der Morey St. Denis sowie Morey St. Denis 1er Cru.

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Domaine Marquis d`Angerville
Volnay

Nach einer längeren Pechsträhne der Domaine in den letzten Jahren, in denen immer wieder schwere Hagelstürme oder Frühjahrsfröste erhebliche Teile der Ernte vernichteten, hatte man in 2017 endlich wieder einmal Glück und konnte mit der am 4. September beginnenden Lese blitzsaubere Trauben ernten. Guillaume d`Angerville gerät denn auch gleich ins Schwärmen über die perfekte Verbindung von Finesse, Energie und Terroirauthentizität in seinen 2017ern. Dem können wir nur beipflichten, selten haben wir hier so saubere, klare, fruchtintensive und gleichzeitig lagenpräzise Weine probieren können wie in 2017. Zweifellos sind dies Klassiker, deren überragende Qualität die vielen Einbußen der Vorjahre ein Stück weit kompensieren. Faszinierend bereits der Volnay Fremiets 1er Cru, dessen Aromen roter Johannisbeeren und seine salzige Mineralität sein Markenzeichen sind. Assoziationen eines "roten Chablis" kommen hoch, ausreichend stoffige Aromen und saftige Frucht puffern die durchaus vorhandenen moderaten Tannine. Ein klassischer Wein mit großer Finesse und Präzision. Volnay Taillepeds, in der Nase reif, dennoch kühl mit Kirschlikör, Himbeeren und kalkiger Terroirnote. Gehaltvoll, großzügig, wunderschön differenzierte Aromen, feinste Mineralität, druckvoll, mit einem Hauch von Strenge, ein klassischer Taillepieds. Toller Wein von Klasse und Grazie, weit weniger reserviert als üblich. Volnay Champans, unglaublich komplex mit unwiderstehlichem Duft, wunderschöne reife, rotbeerige Frucht, Cassis, saftig und knackig. Die festen Tannine werden durch die Mengen an Extrakt total in den Hintergrund gedrängt. Ein sensationeller Champans. Clos des Ducs - der verhinderte Grands Cru aus Volnay- kommt mit grandios purer Frucht, verschwenderisch, süß und straff mit detailliertem Aromenspiel und nassem Stein. Voller Energie, enorm komplexes und dynamisches Finish. Gewaltige Struktur, hat Alterungspotenzial für Jahrzehnte. Ein Ereignis!

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