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Pure Frucht, Energie und ideale Reife kennzeichnen 2019 im Burgund

Pure Frucht, Energie und ideale Reife kennzeichnen 2019 im Burgund

Domaine Jean Claude Bessin
Chablis

Der Chablis, unbestritten einer der großen Weißweine der Welt, oft im Schatten eines feinen Meursault oder Puligny Montrachet, besitzt eine eigene Individualität, die ihn von vielen Weißweinen an der Cote d`Or abhebt. Durch viele Mengen- und Qualitätsschwankungen in den letzten Jahrzehnten aufgrund widriger Witterungsbedingungen wie z. B. durch Kälteeinbrüche aber auch durch veränderte Geschmackspräferenzen hatte die Region an Attraktivität nicht nur beim deutschen Verbraucher eingebüßt. In dieser Zeit hat Chablis unter einer gewissen Missachtung gelitten, eine Situation, die sich eigentlich erst in den letzten 15 Jahren geändert hat. Chablis produzierte bis dahin immer wieder hervorragende Weißweine, die relativ preiswert waren, ohne dass man davon Notiz nahm, während im zentralen Burgund die Preise haussierten. Diese Situation scheint sich seit einigen Jahren umzukehren, vor allem auch seit einige Betriebe mit eindrucksvollen Weinen Aufsehen erregen. Die kühle, manchmal stahlige, eher schlanke Stilistik eines Chablis passt auch zu einer leichteren, vielfältigeren Küche, die heute häufig schweres kalorienreiches Essen verdrängt.

1989 übernahmen Jean Claude Bessin und seine Frau Evelyne das Weingut ihrer Familie. Nach Renovierung des Weinguts und Neupflanzung der Weinberge, die teilweise 75 Jahre alt waren, wurde 1992 der erste Jahrgang produziert, der Kennern sofort positiv auffiel, da er stilistisch an die Weine von Raveneau erinnerte. Dies ist aus qualitativer Sicht keinesfalls zu hoch gegriffen. Stilistisch jedoch fahren beide auf verschiedenen Wegen in die gleiche Richtung. Bessin ist etwas beherzter beim Holzeinsatz, was den Weinen eine etwas vollere Basischarakteristik verleiht und den grundsätzlich etwas spröden, manchmal abweisenden und herb - kühlen Charakter eines jungen Chablis greifbarer macht. Was jedoch keineswegs bedeutet, dass hier die Typizität des Chablis untergraben wird. Allen Weinen gemeinsam ist eine große Klarheit, Reintönigkeit und kristalline Frische.

Die 2019er stehen auch wieder als Paradebeispiele für diese Kontinuität und Größe.

Hier geht es zu den Weinen der Domaine Bessin.

 

Domaine Jean-Jacques Confuron
Prémeaux-Prissey

Alain und Sophie Meunier freuen sich auch über die ausgezeichnete Qualität im Jahr 2019 bei Jean-Jaques Confuron. Die Domaine in Premeaux-Prissey in der Nähe von Nuits-St-Georges liefert eine tolle Kollektion, die vom Côte de Nuits Villages Les Vignottes bis zum Romanée St. Vivant zu überzeugen weiß. Gewohntermaßen gibt es insbesondere bei den Einstiegsweine immens viel Wein zu einem angemessenen Preis. Der Côte de Nuits Villages Les Vignottes ist auch in 2019 wieder köstlich geraten und mit der für Meuniers Weine typischen saftigen Pinot-Frucht ausgestattet. Der Chambolle Musigny ist bei Confuron ein echter Terroirwein. Mit floralem Bukett, elegant und doch mit samtigen Tanninen für eine gute Entwicklung ausgestattet. Ähnlich von der Typizität her, doch deutlich komplexer in der Struktur, ist der Chambolle Musigny 1er Cru, der aufgrund seiner größeren Dichte etwa 3- 5 Jahre Geduld im Keller verlangt. Würzige Eleganz mit großer Delikatesse ist das Markenzeichen des Vosne Romanée Beauxmonts, der bei Meunier nie rustikal oder hart gerät. Das Aushängeschild der Domaine ist der Nuits Saint Georges 1er Cru Aux Boudots, direkt neben dem Vosne Romanée Spitzen 1er Cru Les Malconsorts, unweit von La Tache gelegen. Seine Konzentration, Reife und Eleganz machen ihn für Clive Coates zum "vielleicht besten Nuits Saint Georges". Die qualitative Spitze schließlich stellen die beiden Grand Crus des Gutes dar: Der Clos Vougeot ist von deutlich mineralisch geprägter Art (aus einer der besten Parzellen dieser Großlage, unmittelbar unterhalb des Musigny gelegen) und mit auf Alterung ausgelegter Struktur, während der Romanée St. Vivant sich entsprechend der Lagencharakteristik femininer und würziger, mit schmeichelnden Tanninen und großem Finale präsentiert.

Hier geht es direkt zu den Weinen von Confuron.

 

Domaine Denis Mortet und
Domaine Arnaud Mortet
Gevrey-Chambertin

Zusammen mit seiner Schwester Clémence konnte Arnaud von einem Winzer im Ruhestand ca. 4 ha Lagen in Gevrey pachten. Er bearbeitet die Weinberge mit seiner Mannschaft und kauft die Trauben. Technisch gesehen ist es ein Negociant Projekt, aber effektiv hat er so die volle Kontrolle, so dass er seine Standards zu 100% in die Weinbergsarbeit und Vinifikation einbringen kann. (Métayage=Teilpacht). Der erste Jahrgang hier war 2016. Da die Reben relativ alt sind und das Pflanzmaterial zu großen aber lockeren Trauben führt, die eine ausreichende Belüftung der Beeren zulässt, sind Schimmel und andere Pilzkrankheiten kein Problem und weitgehend ausgeschlossen. Nach 2 Jahrgängen hat sich die Qualität der Trauben zudem unter der Regie von Arnaud und seiner Mannschaft auf das Level verbessert, das ihm vorschwebt und das dem der Domaine Denis Mortet entspricht. Mit kleineren Korrekturen an den richtigen Stellschrauben sollte das noch neue Projekt kontinuierlich ähnlich großartige Weine liefern wie die Domaine.

Während es in 2018 überreichlich Trauben gab, schien es für 2019 früh klar, dass die Mengen ziemlich reduziert sein würden. Am Ende gab es ca. 35 % weniger als im üppig bemessenen Vorjahr. “Als die Lese am 13.September begann, war es wichtig, diese schnellstmöglich durchzuziehen, um ein Abfallen der Säure und ein Ansteigen des Zucker/Alkohollevels zu vermeiden. Die Frucht war so sauber und rein, dass ein Sortieren praktisch überflüssig war," sagt Arnaud Mortet zum Jahrgang. Der Anteil ganzer Trauben schwankt zwischen 30 und 70%. 

"Ich liebe die Klarheit und den puren Charakter der Frucht und die frische Aromatik. Nur schade, dass es nicht mehr davon gibt.“ Dem können wir uns nur anschließen. Herausragende Weine! 

Hier geht´s zu den Weinen der Domaine Arnaud Mortet und der Domaine Denis Mortet.