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Keller, Müller & Prüm: Deutschlands Riesling Triumvirat

Keller, Müller & Prüm: Deutschlands Riesling Triumvirat

Weingut Keller
Flörsheim-Dalsheim
Rheinhessen

Geburtstag zu feiern, ist immer etwas Schönes und 2020 war für Klaus-Peter und Julia Keller der 20. Jahrgang, den sie eigenverantwortlich vinifiziert haben. 2020 ist auch der vierte „zu trockene“ Jahrgang in Folge. Denn trotz eines auskömmlich feuchten Februars blieb Regen in der Folge auch in 2020 Mangelware. Der Austrieb begann ungewöhnlich früh schon Mitte April. Vereinzelte spärliche Niederschläge im Mai führten zu Millerandage, zu Deutsch „Verrieselung“, für Klaus-Peter ein willkommener Effekt, da er die Trauben sowohl klein- als auch lockerbeeriger macht, was zu einem besseren Schalen/Saft Verhältnis und besserer Belüftung führt, die wiederum Pilzkrankheiten vorbeugt.Das Wetter blieb bis in den Oktober hinein stabil, eine Grundvoraussetzung für gelungene Große Gewächse und auch Ihren „kleinen Bruder“, den Riesling von der Fels. Die Bezeichnung „Kleiner Bruder“ ist jedoch inzwischen ein großes Understatement, besitzen die Kellers doch kaum noch junge Rieslinganlagen, wie noch im Jahre 2000, als der erste von der Fels das Licht der Welt erblickte. Die „jungen Reben“ aus Kirchspiel, Hubacker, Morstein & Abtserde sind heute auch mindestens ein viertel Jahrhundert alt, einige noch einiges älter. So verwundert die unglaubliche Tiefe und Strahlkraft des 2020er Riesling von der Fels kein bisschen, perfekt integrierte Säure, Leichtigkeit und aromatische Dichte in Reinkultur.

Bereits jetzt ein Hochgenuss!

Hier geht es zum 2020 Riesling von der Fels.

 

Egon Müller
Wiltingen
Saar


Wir zitieren aus dem Jahrgangsbericht Egon Müller: „Wieder gab es keinen richtigen Winter. Im Oktober 2019, während der Traubenlese, hatte es nach langer Trockenheit kräftig geregnet und auch November und Dezember waren nass, aber eher mild. Der Januar war weitgehend trocken, erst gegen Ende des Monats fiel nennenswerter Niederschlag aber dann regnete es durchgehend, bis in den März. Dabei blieb es sehr warm und ab Mitte März schien die Sonne fast ununterbrochen. Die Vegetation begann sehr früh, die ersten Blüten beim Riesling konnte man am 12. Mai finden. Dann bremste ein kurzer Kälteeinbruch die Natur: Am 12. Mai gab es nach Regen leichten Frost, der in unseren Weinbergen aber nur sehr begrenzt Schäden verursachte. Die Blüte zog sich dadurch aber hin und war erst am 15. Juni komplett beendet … Die Trauben entwickelten sich prächtig und man konnte mit einer großen Ernte rechnen…. In der Woche vor dem geplanten Start verschlechterten sich die Wetteraussichten erheblich und anstatt wie geplant am 21. September, fingen wir schon am 20. mit der Lese an. Die Trauben waren reif aber nicht überreif und es gab keine Edelfäule. Der angekündigte Regen kam erst einmal nicht und wir ernteten eine Woche lang bei bestem Wetter Kabinettrauben. Am 27. September regnete es dann doch und für uns begann ein Pokerspiel. Wir wollten auf Edelfäule warten, aber schöne, fast sommerliche Tage wechselten sich mit Regentagen ab. Botrytis kam, konnte aber nie richtig eintrocknen und langsam begannen die Säurewerte zu fallen. Wir pausierten mehrmals in der Hoffnung auf besseres Wetter, ernteten dann wieder ein paar Tage und schließlich, am 21. Oktober waren wir fertig .In der Hoffnung auf frühen Frost hatten wir ein paar Trauben hängen lassen. Der Frost kam zwar nicht, aber nach dem nassen Oktober wurde das Wetter im November besser. Endlich trockneten die Trauben ein und da für die kommende Woche Sturm gemeldet war, ernteten wir die letzten Trauben am 14. November. Wenn ich versuche, in der Vergangenheit einen vergleichbaren Jahrgang zu finden, muss ich passen. Allenfalls lassen sich gewisse Parallelen mit 2016 ziehen: Die makellosen, gesunden, reifen Trauben zu Beginn der Ernte, das Pokerspiel um Edelfäule und schließlich die Kapitulation vor der Natur. Wenn wir auch die Spitzen der letzten 3 Jahre nicht erreichen, darf man doch sicher mit sehr guten Kabinett- und Spätleseweinen rechnen“. Soweit Egon Müller.

Unsere Verkostung bestätigte seine Einschätzung. Die Weine zeigen sich hier in 2020 betont reintönig, ohne Botrytiseinfluss. Die etwas weniger markante Säure im Vergleich zu den Vorjahren verleiht den Weinen bereits in der Jugend einen enormen Charme und Trinkfluss. Viel Vergnügen damit!

Hier geht es zu den Weinen von Egon Müller.

 

Joh. Jos. Prüm
Wehlen
Mosel

„2019 war ein heißer Jahrgang und wir erlebten im Sommer einige sehr hohe Temperaturen. Zum Glück haben unsere alten Reben nicht allzu sehr unter der Hitze gelitten. Hier und da verloren wir einige Trauben durch Sonnenbrand. Der schwierigste Teil des Jahrgangs war definitiv die Erntestrategie. Die Trauben hatten schon Anfang September einen guten Reifegrad, und wir beschlossen, unsere Ernte frühzeitig, am 23. September, zu beginnen. Dies erwies sich als die richtige Entscheidung, da wir in den Weinbergen schnell sein mussten, um für jede unserer Abfüllungen die richtige Fruchtqualität einzubringen. Ich muss zugeben, dass wir irgendwann Entscheidungen treffen mussten und die Wehlener Sonnenuhr vielleicht mit Vorzug behandelt haben. 2019 lieferte mit einer Dauer von vier Wochen die schnellste Ernte aller Zeiten.  Alles in allem konnten wir richtig tolle Trauben einbringen bis TBA-Niveau Früchte sowohl aus dem Graacher Himmelreich als auch aus der Wehlener Sonnenuhr." sagte Katharina Prüm zum Jahrgang.

Das Weingut Joh. Jos. Prüm konnte in 2019 eine grandiose Weinkollektion hervorbringen, die uns regelrecht umgehauen hat. Die Weine strahlen mit einer Reinheit, immenser Energie und Finesse. Das allgemeine Qualitätsniveau ist hoch und jeder Wein, den Sie probieren werden, wird Ihnen ein breites Lächeln ins Gesicht zaubern.

Für uns ist das eine Jahrzehnt- ja eine Jahrhundertkollektion! Darum haben wir nochmal für Nachschub gesorgt.

Hier geht es zu den Weinen von J.J. Prüm