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Wunderbare Weiße aus 2018

Wunderbare Weiße aus 2018

Domaine Sauzet
Puligny-Montrachet

Ihren Platz in der Spitzengruppe der Weißweindomainen im Burgund muss Sauzet nicht mehr unter Beweis stellen, wie am Fließband liefert man eine frappierende Konstanz mit Weinen überragender Qualität. Modischen Tendenzen widersteht man hier souverän, ganz egal, ob nun gerade mehr Reduktion in ist oder phenolische, florale oder besonders puristische Weine angesagt sind. Hier fährt man kontinuierlich fort, strahlende, klare, ja brillante Weine zu produzieren, die durch die Feinheit ihrer Frucht, ihrer unglaublich differenzierten aromatischen Nuancen und genauesten Abbildung ihres individuellen Terroirs bestechend schön und ästhetisch wirken. Die Trinkfreude auch bei jugendlichen Weinen ist enorm und manchmal fast überwältigend. Aber wer schreibt überhaupt vor, dass gute weiße Burgunder nur ab 5-10 Jahren Reife gut schmecken dürfen? Es ist an der Zeit, auch Weine jenseits überkommener ideologisch gefärbter Schemata dann gut zu finden, wenn sie gut schmecken, was eine Alterungsfähigkeit mit möglicher komplexerer Aromenentwicklung natürlich nicht ausschließt. Gerard Boudots 2018er sind ganz entgegen dem, was man vom „Hitzejahrgang 2018“ erwarten würde, von geradezu betörender Lebendigkeit und fruchtiger Brillanz, die Lagentypizität ist absolut präzise und so vergisst man bei der Verkostung leicht alle Trink-"Regeln" und gibt sich dem hemmungslosen Trinkgenuss nur allzu gerne hin. Um solche Frische und kristalline Eleganz zu erreichen, bedurfte es kluger Weinbergsarbeit und der Wahl der richtigen Lesezeitpunkts, den man bei Sauzet auf den 25. August terminierte. Eine goldrichtige Entscheidung!   Auf eine Neuheit im Portfolio von Sauzet wollen wir Sie unbedingt hinweisen, dem Hautes Côtes de Beaune Jardin du Calvaire aus einem biodynamisch gepflegten Weinberg in 450 m Höhe, dessen Namen von einem sehr steilen Pfad, der „Route du Calvaire“, der zu ihm hinführt, herrührt. Ein wunderschön lebhafter, eleganter weißer Burgunde, feingliedrig, rassig, mit großer innerer Spannung und formidabler Länge am Gaumen. Unbedingt probieren!

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Domaine Chartron
Puligny-Montrachet

Jean-Michel Chartron gehörte in 2018 nicht zu denjenigen, die sehr früh mit der Lese begannen, seine Weinberge brauchten noch ein paar Tage länger bis zur optimalen Reife und so begann er mit seinem Team am 30. August mit der Arbeit. Und die hat definitiv Früchte getragen. Seine 2018 er Weine erinnern stilistisch stark an den grandiosen 1992er Jahrgang, schon in der Jugend unglaublich verführerisch und schmeichelnd. Dies sind tiefgründige, feinfruchtige und stark lagengeprägte Weine, die von saftiger Säure getragen werden, Tropfen mit großem Lagerpotential, die aber zugleich frühes Trinkvergnügen versprechen. Eine unwiderstehliche Mischung!  Schon sein Einstiegswein, der Bourgogne Chardonnay Vielles Vignes ist Trinkvergnügen pur, saftig, mit einem intensiven Bouquet von Zitrusfrüchten. Aromatisch ähnlich, doch mit mehr Präzision und Rasse, ist der Bourgogne Hautes-Côtes de Beaune Vieilles Vignes ein großartiger und vielfältig einsetzbarer Essensbegleiter. Einen großen Sprung machen wir dann zum Saint-Aubin 1er Cru Les Murgers des Dents de Chien, intensiv mineralisch, mit Aromen von Orangenschalen und Minze. Bei den Dorflagen der berühmten Appellationen Meursault und Puligny Montrachet haben Sie die Qual der Wahl zwischen zitrisch-würzigen Meursault Les Pierres (aus den Lagen Tillets & Narvaux) und dem floral-eleganten Puligny Montrachet mit verführerischer Haselnussnote. Sollte Ihnen das noch nicht genug sein, dann gönnen Sie sich einen der drei grandiosen Puligny Montrachet 1er Crus oder als ultimative Belohnung den Chevalier-Montrachet Grand Cru Clos des Chevaliers, sicherlich einen der größten Weißweine im Burgund.

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Domaine de Villaine
Bouzeron

Pierre de Benoist, der Enkel von Aubert de Villaine, ist sicherlich der Hauptprotagonist für eine Renaissance des Aligoté. Aligoté, vielen weitgehend unbekannt, wurde für lange Zeit im Burgund in bekannten Hanglagen Meursaults und Pernand Verglesses kultiviert. Veränderter Geschmack der Konsumenten ersetzte die Sorte aber zunehmend durch Chardonnay und Pinot Noir und verbannte sie so in flachere Gebiete mit meist schwereren Böden. Die Appellation Bouzeron war und ist Fokus und Leidenschaft von Pierre de Benoist. Hier durfte die Variante „Dorées“ als einzigem Ort in Burgund in Hanglagen und auf der Sorte zuträglichen Böden aus Kalk und Mergel angebaut werden. Vor allem in den ältesten und besten Lagen der Appellation wächst der Aligoté dort in seiner traditionellen und besten Variante. Der Aligoté ist ein Wein, der von seiner Frische und lebendigen Frucht profitiert, wenn er in den ersten 3 Jahren getrunken wird - am besten zu Meeresfrüchten aber auch zu zahlreichen Käsen; wie z.B. Ziege, Parmesan und Roquefort. Aligoté zeigt seine aromatische Tiefe danach bis zu einer Reife von 10-12 Jahren. Nach einer schonenden Ganztraubenpressung baut man ihn bei de Villaine in großen Cuves und Fudern temperaturkontrolliert aus, um so die frischen und spezifischen Aromen zu bewahren. Im Aligoté von 2018 zeigen sich die Mineralien der Mergelböden mit den Aromen frischer Zitrusfrüchte, die sich mit gelben Früchten, frischer Säure, dezenten Bitterstoffen und feiner Salzigkeit vermischen. Der Wein übersetzt das Terroir von Bouzeron perfekt mit Lebendigkeit und belebender Frische. Der 2018er „Les Clous Aimé“ ist ein 100%iger Chardonnay. In seiner Jugend eher sehr pur und mineralisch sollte er idealerweise ca. fünf Jahre reifen, um sein volles Potenzial auszuschöpfen. Der 2018er Wein duftet stark nach weißen Blüten, Ginster und Akazie. Auf der Frucht getrunken zeigt er seine Frische und ist rund und cremig, während nach 3-5 Jahren sich die Dichte und Komplexität entwickelt haben. Der Chardonnay Clous Aimé, dessen eher unscheinbare Bezeichnung wenig über seine Qualität aussagt, war lange neben dem Aligoté der wichtigste Weißwein bei de Villaine. Seit dem Jahrgang 2016 ist das Sortiment deutlich erweitert. Mit diversen Rully 1.Cru und einem St. Aubin 1.Cru Perrières, sozusagen als Bindeglied zwischen Cotes de Beaune und Cote Chalonnaise, gibt es die Gelegenheit auf die Vielfalt und die Besonderheiten des Chardonnays in der Region aufmerksam zu machen. Die Weißweine der Cote Chalonnaise galten in der Vergangenheit oft als eher preisgünstiges Anhängsel der bekannteren Rotweine der Region, ohne besonderen Charakter und Wert. Der Fokus lag auf den Weinen der Cotes de Beaune, deren Berühmtheit alle Randgebiete außer vielleicht Chablis und Pouilly Fuissé überschattete. Die Weißweine der 3 bekanntesten Appellationen der Cote Chalonnaise, nämlich Rully, Givry und Mercurey, sind, sofern sie von guten Produzenten und aus guten Lagen stammen, äußerst differenziert und von großer Transparenz, was ihre Herkunft/Lagen betrifft. Aromatisch tendieren sie - allgemein gesprochen - mehr zu floralen Aromen, Akazien, gelbe Früchte und weiße Blüten. Demgegenüber ist die Cote de Beaune eher nussig, buttrig, gelbfruchtig, fleischiger und

Druckvoller. Die Weißen der Cote Chalonnaise sind aber durchaus feingliedrig mit Finesse und insofern vergleichbar mit dem Pinot Noir der Region. Es lohnt sich, da das qualitative Niveau immer mehr zunimmt, sein Augenmerk auf die Cote Chalonnaise zu richten; schon allein wegen der vorteilhafteren Preise. Wohl verstanden, dies ist kein Plädoyer zur Aufwertung von Burgundern zweiter Klasse, sondern ein Einstehen für Vielfalt, die auf seriösen Grundlagen (anerkannter Produzenten) steht. Das erweiterte Sortiment der Villaine- Weine, besteht neben dem Bouzeron/Aligoté und dem Clous Aimé aus dem schon seit langem hier ausgebauten Rully Les Saint Jacques und aus drei Rully 1.Cru: Die 1.Cru kommen aus dem Jahrgang 2017 und verbleiben nach ihrem 18 monatigen Ausbau in gebrauchten Barriques und Demimuids (500l) noch 1 Jahr länger im Weingut:
„Montpalais“-2017- Die „Chardonnay muscaté“- Trauben bringen eine gewisse Exotik mit dezenter Holznote, Fruchtfleisch am Gaumen und cremige Textur, animierend.
„Les Margotés“-2017- kommt mit prägnanter Frucht, oszillierend zwischen weißen Blüten und Kreide (Bodenton). Die Ganztraubenpressung bringt den puren, rassigen Charakter zum Vorschein und eine ideale Balance zwischen Alkohol, Frucht und Säure.
(„Gresigny“-im Jahrgang 2017 nicht bei uns erhältlich)
St. Aubin 1. Cru „Perrières“ – 2017 - Aromatisch und texturell quasi die Mitte zwischen Cote de Beaune und Cote Chalonnaise ist mineralisch, gelbfruchtig mit süßem Gewürz,Mandeln und Zitrus mit leicht salinen und iodigen Zwischentönen.
Pinot Noir wird bei de Villaine nur in etwa einem Viertel der Gesamtfläche angebaut. Neben den bereits bekannten Bourgogne „La Digoine“- 2018 – Außergewöhnliche Finesse, tiefgründige Frucht und toller Dichte machen den Wein bereit sowohl zum unmittelbaren Genuss (nach 1-2 Std. Belüften) als auch zum Aufbewahren im Keller (vorteilhaft bis 10 Jahre) und Mercurey „les Montots“- 2018 - dunkle Frucht mit Gewürzen, dezent animalisch mit reifen Tanninen. Vor dem Trinken unbedingt dekantieren oder für 6- 10 Jahre aufheben, gibt es ebenfalls seit Jahrgang 2016 einen Rully 1.cru “Les Champs Cloux” 2107-rote Früchte : Johannisbeeren und Himbeeren, kraftvoll mit leichter Adstringenz, frisch und energetisch, z.Z. noch etwas verschlossen, braucht lange Luft sich zu öffnen, danach komplexes Aromenbild Für Pinot Noir gilt weniger der geringe Bekanntheitsgrad ,aber dennoch eine unterschiedliche Aromenstruktur im Vergleich zur Cote d`Or. Es tauchen frische, säurebetonte Früchte wie z.B. rote Johannisbeeren im Fruchtspektrum auf. Die Weine wirken oft sehr rassig, transparent, leichtgewichtiger als die Verwandten der Cote d`or bei etwas geringerer Dichte. Dafür zeigen die guten Exemplare viel Finesse und feingliedrige Textur und ein differenziertes Bukett.

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Domaine Paul Pillot
Chassagne Montrachet

Die Domaine begann mit der Produktion von Wein bereits vor vier Generationen unter Jean Baptiste Pillot. Paul Pillot erneuerte die Domaine ab 1968 indem er diverse 1.Crus in Chassagne kaufte und diese dem bereits bestehenden Besitz in Chassagne, St. Aubin und Santenay hinzufügte. Es war Paul, der begann die mehr als 15 verschiedenen Cuvées lieber an Privatkunden als an Negociants (Händler) zu verkaufen. Die Geschwister Thierry und Chrystelle Pillot übernahmen die Domaine vom Vater Paul in 1999 (Thierry) bzw. 2003 (Chrystelle). Thierry und Crystelle tragen nun die Verantwortung für ca. 13 ha Weinberge (Produktion ca. 75000 Flaschen) hauptsächlich in Chassagne, wovon 2/3 der Reben weiß sind. Die Pillots arbeiten „biologisch“ jedoch nicht zertifiziert. Vor allem der Gebrauch von Herbiziden und Insektiziden ist absolut tabu. Thierry bezeichnet den Hausstil als „klassisch“, d.h. die Weine sollen weitestgehend die Unterschiede der Lagen und der Jahrgänge ausdrücken. Der Gebrauch neuer Fässer ist dabei durchschnittlich 20% limitiert, einzig La Romanée bekommt 30%. Der hohe Anteil roter Trauben im Portfolio ist eher ungewöhnlich für die Appellation, aber nicht verwunderlich, wenn man weiß, dass in Chassagne in der ersten Hälfte des 20.Jahrhunderts Pinot Noir die vorherrschende Rebsorte war.

Bei unserem ersten Besuch vor zwei Jahren waren wir begeistert von der Rassigkeit und Frische der Weine, die druckvoll und präzise zugleich ihre Herkunft widerspiegeln. Die Pinot Noir der Domaine gehören zum absolut Besten, was wir aus Chassagne jemals verkostet haben - insbesondere der Clos St. Jean ist überragend. Es fällt schwer Weine herauszuheben, da alle beispielhaft in ihrer jeweiligen Kategorie beeindrucken.

Vielleicht ist der Grand Montagne - auch in 2018 wieder -, der anfangs schlank und frisch, sich mit wachsender Intensität am Gaumen zu einer komplexen Explosion von Aromen entwickelt und mineralisch und leicht salzig endet, unser persönlicher Favorit.

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