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Vorboten der großen 2019er Rotweine von der Côte de Nuits

Vorboten der großen 2019er Rotweine von der Côte de Nuits

Domaine Mortet
Gevery-Chambertin

 

Arnaud Mortet führt auch in 2019 sein Streben nach maximaler Eleganz konsequent fort. Hierzu gehört für ihn auch ein zunehmend zurückhaltender Einsatz von neuem Holz. Anders als in 2018, als Arnaud eine intensive grüne Lese vornehmen musste, war in 2019 früh klar, dass der Jahrgang mengenmäßig sehr überschaubar sein würde.  Schnell steigende Zuckerwerte veranlassten Arnaud dazu, ab dem 13. September mit Vollgas zu lesen – eine gute Entscheidung, die mit für den Jahrgang moderaten Alkoholwerten und grandioser Frische belohnt wurden. Also ähnlich wie in 2018 ein reiferer Jahrgang mit Fokus, purer Frucht und eleganter Textur. Gerade die Weine aus den Grand Cru-Lagen Mazis-Chambertin, Bonnes Mares und Chambertin bergen in 2019 wieder bei aller Dichte und Komplexität eine Feinheit und Faszination, die ihresgleichen sucht. Einziger Wermutstropfen sind die kleinen Mengen einer faszinierenden Kollektion voller Highlights. Auffallend sind in 2019 die Gevrey Chambertin Ma Cuvée und der Lavaux St. Jacques 1er Cru. Der Ma Cuvée (eine Cuvée der Lagen Les Epointures, Les Platière, La Justice, Clos Prieur and Les Cercueils) präsentiert sich mit einem ultrafrischen Mix schwarzer und roter Beeren und intensiv mineralischer Aromen, während der Lavaux St. Jacques sich betont würzig, floral und nach Granatäpfeln duftend zeigt.

Großartige Weine, betörend in der Jugend aber mit exzellentem Reifepotential ausgestattet.

Hier geht´s zu den Weinen von Arnaud Mortet

 

Domaine Anne Gros
Vosne-Romanée

 

Der Name Anne Gros steht für sorgfältigst gemachte, moderne Burgunder der würzigen und konzentrierten Art, deren Herkunft aus perfekt gepflegten Weinbergen unverkennbar ist. Allerdings setzen Anne und ihre Tochter Julie seit ein paar Jahren auf eine sanftere Vinifikation, wodurch sich ihre Weine vom Fass häufig eher unspektakulär präsentierten. Doch davon sollte man sich nicht täuschen lassen, unsere langjährige Erfahrung mit ihren Weinen zeigt, dass sie sich oft erst nach Jahren in jene faszinierend subtil-finessenreiche Weine verwandeln, nachdem sie im Zuge der Flaschenreife ihre anfänglich spürbaren Holzaromen integriert haben. 2019 ist für Julie Gros, die sukzessive das Tagesgeschäft von ihrer Mutter Anne übernimmt, ein großer Jahrgang, in dem sich große Reife, Finesse und Frische mit großer Struktur zu früh trinkbaren, potentiell aber extrem langlebigen Weinen vereinen. Der Grund hierfür liegt zweifelsohne darin, dass die Trauben in 2019 perfekt reif, vollkommen gesund und darüber hinaus noch mit exzellenten Säurewerten ausgestattet waren. Eine wahrhaft seltene Kombination.

Floral, schwarzfruchtig und erdig präsentiert sich der Bourgogne, ungewöhnlich reichhaltig für die Appellation, der perfekte Burgunder für alle Anlässe. Weicher und zugänglicher in der Art ist der Bourgogne Hautes Côtes de Nuits. Er schmeichelt dem Gaumen mit seiner seidigen und zugleich saftigen Textur. Feingliedrig und elegant, beweist der Chambolle Musigny Combe d ́Orveaux - aus der einzigen Lage im Burgund, die sowohl als Village, Premier Cru und Grand Cru (Musigny) klassifiziert ist - dass auch ein Villagewein seiner noblen Herkunft gerecht werden kann. Nur Minimengen gibt es vom Vosne Romanée Les Barreaux, einem kraftvollen, gemarkungstypischen Vosne mit delikat-fruchtigem Finish. Dichter und kräftiger konstituiert, ausgestattet mit ausgeprägter schwarzer Kirschfrucht und orientalischer Würze, beweist der Echézeaux (aus dem Lieu-dit Les Loächausses) echte Grand Cru Klasse, ein Umstand, der leider bei weitem nicht für alle unter dieser Appellation verkauften Weine gilt. Der Clos Vougeot des Hauses ist inzwischen ein moderner Klassiker, und in 2015 wird dieser Wein bei Gros seinem Ruf mehr als gerecht: Dunkle, erdige und eisenartige Aromen vermählen sich zu einem muskulösen Körper voll unbändiger Kraft, der sich lediglich dem noch unentwickelten, jedoch unglaublich langen und dichten Richebourg beugen muss, der alle Anlagen eines wahren Grand Vins besitzt. Aber auch die Weißweine hier sind durchausbeachtlich: der Bourgogne Blanc "Clos de l'Eglise", fein duftend nach reifen Äpfeln, Birnen und Honig. Ihm gegenüber zeigt der Hautes-Côtes de Nuits Blanc mehr auf Grapefruit and Briochearomen, all das abgerundet von feiner, frischer Säure.

Eine absolut faszinierende Kollektion!

Hier geht´s zu den Weinen der Domaine Anne Gros

 

Domaine Anne Gros & Jean-Paul Tollot
Minervois


Die kühle Eleganz Burgunds und die wärmende Seele des französischen Südens - Anne Gros und ihr Partner Jean-Paul Tollot produzieren auch in 2019 wieder einige der harmonischsten und feinsten Rotwein-Cuvées im Languedoc. Das 14 Hektar große Weingut mit überwiegend alten Reben auf einem Plateau am Fuße des Montagne Noir in Minervois verfügt über ausgezeichnete Böden mit reichlich Kalk. Relativ kühle Temperaturen erlauben das langsame Ausreifen der Trauben mit dem Resultat balancierter, mineralisch geprägter Weine mit moderatem Alkoholniveau.

2019 ist ein sehr guter Jahrgang mit guter Reife und präsentem Säureanteil, was für intensive, aber durchaus kühle Weine sorgt.

LA 50/50-Cote du Brian (50/50 meint nicht etwa jeweils 50% zweier Rebsorten, sondern 50 Anne und 50 Jean-Paul): Je zu einem Drittel bestehend aus Grenache, Syrah und Carignan wird er ausschließlich in Edelstahl ausgebaut und fällt durch seine Frische und knackige Frucht, die förmlich aus dem Glas springt, auf. Ein freundlicher, animierender Wein mit seidigem Mundgefühl und dezent pfeffrigem Abgang.

Les Fontanilles: 40% Syrah, 20% Carignan, 20% Grenache, 20% Cinsault, die auf Kalkböden in einem nach Norden gelegenen Weinberg, also in relativ kühlem Kleinklima, wachsen. Fontanilles hat über die Jahre seit Bestehen des Weinguts kontinuierlich an Substanz und Länge gewonnen. Der 2016er reifte je zur Hälfte in Eiche und Edelstahl. Der Weinberg ist umgeben von Kräutern wie Rosmarin, Thymian und Lorbeer, also das typische Garrigue Umfeld, was sich auch im Wein niederschlägt. Eindrucksvoll sind die roten Kirschen, durchzogen mit leicht harziger Kräutrigkeit. Mit mittlerem bis vollem Körper zieht er eine lange Spur am Gaumen, knackig mit erfrischender, lebendiger Säure.

Les Carretals besteht aus überwiegend Carignan und etwas Grenache. Die Reben wurden 1909 gepflanzt. Die Böden sind purer Kalk. Der Weinberg liegt auf der gleichen Höhe wie Vosne Romanée. Anne Gros nennt ihn selbstbewusst den Richebourg des Südens. Tatsächlich zeigt der Wein auch in der Jugend diese an Burgunder erinnernde Seidigkeit einer Textur. Die vor Saft strotzende Frucht präsentiert sich überaus komplex mit Aromen von Cassis, Lakritz, Veilchen, reife Brombeeren, Pflaumen und Backgewürzen. Sicherlich ist Les Carretals einer der bemerkenswertesten Weine im Languedoc.

Burgundisch geprägte Weine, die das übliche Muster des Languedoc sprengen.

Hier geht´s zu den Weinen von Anne Gros & Jean-Paul Tollot