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Chablis bis Beaujolais - einmal quer durch das Burgund

Chablis bis Beaujolais - einmal quer durch das Burgund

Jean-Claude Bessin
Chablis

Jean Claude Bessin baut bereits seit einigen Jahren seine Weine in bis zu 500 Liter großen Fässern aus. Auf diese Weise gelingt es ihm, besonders facettenreiche, präzise und durch ihre Säure nervige Weine zu keltern, die mit viel Frische und Saftigkeit aufwarten. Die aromatische Dichte beschreibt hier eine Qualität, die vielen, oft deutlich teureren, Weinen von der Cote de Beaune ebenbürtig ist.

Die Vegetationszeit des Jahrgangs 2018 beschreibt Jean Claude als nahezu einmalig in der ihm bekannten Geschichte der Region. Bei einer ungewöhnlich hohen Ertragsmenge gab es entgegen vieler Befürchtungen keine dünnen, sondern hochkonzentrierte, stoffige Weine mit Frische und Energie bei herausragender Qualität. Dazu kam eine Transparenz des Terroirs, wie sie üblicherweise in kühleren Jahren der Fall ist. Dabei zeigen die Weine alle Anzeichen für ein gutes Alterungs-potenzial. Besonders die alten Reben in dem Chablis Vieilles Vignes, dem Fourchaume Pièce  du Comte (übrigens eine Parzelle im Fourchaume mit über 100 jährigen Reben) und im Grand Cru Valmur (hier befinden sich die insgesamt ältesten Reben der Domaine) zeigen, was sie vermögen.

La Foret zeigt die kühlere Seite der Lage mit knackiger Frische und Zitrusnoten, während Fourchaume eher floral, exotisch und dicht im Abgang mit Austernschalen und Pfefferwürze ist. Nicht überraschend ist dies ein guter Chablis, der geradezu ideal zu Austern passt!

 

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Domaine Michel Niellon
Chassagne-Montrachet

Nachdem das Jahr 2017 glücklicherweise wieder eine mengenmäßig fast normale Ernte bescherte, knüpfte 2018 positiv daran an.

Wie wir schon zuletzt über die Weine seit 2015 überaus erfreut vermeldeten, setzt sich die aus unserer Sicht äußerst positive Entwicklung auch in 2018 bei Niellon weiter fort. Die Weine sind deutlich präziser, (relativ) schlank und überzeugen mit einer aromatischen Klarheit und gleichzeitigen Dichte, ohne dabei den grundsätzlich cremigen Niellon Stil aufzugeben. Nach frühem Lesebeginn mit substanzieller Reife und sauberem Traubenmaterial haben sich die Weine mittlerweile sehr gut entwickelt. Alle haben sehr gute Substanz, eine Klarheit und Transparenz sowie Energie und Spannung. Chassagne-Montrachet Chaumées 1er Cru ist mineralisch, strahlend und ungemein lebendig, so dass er bereits jetzt mit einem beeindruckenden Trinkfluss aufwartet.  Der Chassagne Montrachet Clos St. Jean - von alters her eigentlich eine Rotweinlage – zeigt in 2018 viel Schmelz, Struktur und Tiefe ist aber außerdem mit feiner Säurestruktur gesegnet, was dem eher maskulinen Wein eine faszinierende Leichtigkeit und Frische verleiht. Auch in 2018 unangefochten an der Spitze steht der Chevalier-Montrachet Grand Cru, der in vollem Umfang zeigt, woraus ganz große weiße Burgunder gemacht sind. Hier trifft ultimative Komplexität, Substanz und Tiefe auf Eleganz und Finesse. 

Wie immer bei Niellon: Tolle weiße Burgunder mit der typischen Chassagne- Erdigkeit, Tiefe und Eleganz!

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Domaine Joblot
Givry (Cote Chalonnaise)

 

Jean-Marc und sein Bruder Vincent kreieren Jahr für Jahr Weine, die man in einer Blindprobe nur schwer ihrer konkreten Herkunft zuordnen kann. Die Weine lassen den oft üblichen rustikalen Touch ihrer Region völlig missen und sind stets ungemein fein und elegant. Nach den geringen und teilweise winzigen Mengen der letzten Jahrgänge, gab es in 2018 endlich wieder eine durchaus großzügige Lese. Die beiden roten Klassiker, der Servoisine und der Cellier aux Moines sind wunderbar von expressiver Frucht und dabei frisch und elegant in 2018. Cellier ist wieder zu 100% entrappt, Servoisine bekommt stets einige ganze Trauben bei der Vergärung untergemischt, so dass die Tanninstruktur markanter ist – das tut dem saftigen Stil in 2018 besonders gut!

Die Spitze der Hierarchie bei Joblot stellt auch in 2018 der 1er Cru L`Empreinte, eine Cuvée aus den besten Parzellen der vier 1er Crus der Domaine (neben Servoisine und Cellier auch noch Clos Marole und Bois Chevaux).

In 2018 ein reifer, fruchtintensiver und dabei dichter und tiefgründiger Pinot, der ganz besonders in Blindproben für Überraschungen gut ist und immens Spaß auf gehobenem Level bietet.

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Domaine Roty
Gevrey-Chambertin


Bei unserer Probe beschreibt Pierre-Jean den Jahrgang 2017 als großzügig in Qualität und Menge. Insofern war es für die Weingüter der Region ein Segen nach den oft hervorragenden, aber mengenmäßig bescheidenen Jahren zuvor, endlich mal wieder ein weitgehend normales Jahr zu erleben, das die extreme Knappheit in den 6 davorgelegenen Jahren kurzzeitig vergessen machte und darüber hinaus eine kaum erwartete Qualität zum Vorschein brachte.

Mit dem den großzügigen Besitz von Lagen in den Appellationen Marsannay und Gevrey Chambertin hat die Domaine den Vorteil, eine große Bandbreite von Weinen in sämtlichen Preiskategorien anbieten zu können.

Da der Stil der Domaine am besten mit fruchtbetont und fleischig umschrieben ist und die Qualität sich homogen vom Bourgogne bis zum Grand Cru entwickelt, erlebt der geneigte Burgund-/Pinot Noir- Freund hier keine Enttäuschungen. 2017 steht für klassisches und geradezu hedonistisches Weinvergnügen und einige Empfehlungen in verschiedenen Kategorien mögen die Auswahl etwas erleichtern:

Bourgogne Pressonnier, Marsannay Ouzeloi, Marsannay Boivin, Gevrey Champs Chenys und Gevry Fontenys 1.Cru standen für uns bei den Fassproben besonders heraus. Die in winzigen Mengen verfügbaren Grands Crus, insbesondere der Charmes Chambertin très vieilles Vignes - eine burgundische Ikone - stehen als Spitze des Portfolios ohnehin über jeder Kritik. Weinmonumente für die Ewigkeit.

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Domaine Lafarge/ Lafarge-Vial
Volnay

Domaine Lafarge ist jedem Burgund- Liebhaber für ihre großartigen Weine aus Volnay bekannt. Doch Fréderic und seiner Frau Chantal war das nicht genug und so begannen sie im Frühjahr 2014 ein neues Abenteuer weiter im Süden, im Beaujolais. Technisch noch zum Burgund gehörend war dies doch Neuland für die Lafarges mit Gamay statt Pinot Noir und Granit- statt Kalkböden. Man kaufte Weinberge und Grund für einen Weinkeller, beginnend mit 2,25 ha in 2014 wuchs das Gut auf rund 5 ha an, die auf die Crus Chiroubles, Fleurie Bel-Air, Fleurie Cerçillon, Fleurie Clos Vernay, Fleurie Joie du Palais und Côte de Brouilly verteilt sind. Die Lese in den steilen Weinbergen erfolgt von Hand, je nach Jahrgang wird voll entrappt oder bis zu 25% Ganztraubenpressung praktiziert. Der Ausbau erfolgt in gebrauchten Fässern oder Foudres für ca. 12 Monate. In 2018 wurden die Trauben der Lagen Bel-Air und Cerçillon miteinander verschnitten, das Ergebnis ist ein feinwürziger, erdiger, lebhafter Wein voller Erdbeer- und Pflaumenaromen.  Der Chiroubles ist wie in den Vorjahren der schlankeste und rassigste der Crus, energiegeladen und reintönig. Joie du Palais punktet durch die enorme Tiefe aufgrund seiner alten Reben und seiner intensiven Mineralität. Deutlich strukturierter und schwarzfruchtiger präsentiert sich der Clos Vernay, majestätisch und lang am Gaumen. Der Primus in Pares ist in diesem Jahrgang wohl der Côte de Brouilly, maskulin und dicht gewoben, Himbeerduftig, ein wahrer Vin de Garde. Probieren Sie diese grandiosen Weine von Lafarge- in Zeiten konstant steigender Preise an der Côte d ́Or zudem echte Schnäppchen!

Natürlich wollen wir Ihnen auch die Weine des Stammhauses in Volnay nicht vorenthalten, hier ist der Jahrgang 2017 eingetroffen. Die 1er Crus müssen nicht hervorgehoben werden, sie stehen auch in 2017 souverän an der Spitze ihrer jeweiligen Appellationen. Echte Schnäppchen sind jedoch der Bourgogne Passetoutgrain L'Exception, je halb Gamay und halb Pinot Noir von 90 jährigen Reben, würzig, floral und voller Aromen roter Kirschen, extrem elegant und reintönig, sowie der saftige Bourgogne Pinot Noir, unglaublich viel Wein für seine Gemarkung, intensiv rotfruchtig mit lebhafter Säure und samtigen Tanninen, wirklich einzigartig in dieser Klasse.

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