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Deutschland

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Weingut Keller
Flörsheim-Dalsheim

Die Kellers konnten in 2018 durchatmen. Nach dem im Weinberg schwierigen 2017er Jahrgang mit Frühjahrsfrösten und Hagel kurz vor der Ernte, war 2018 für sie einfach ein Geschenk der Natur! Die Weinpresse preschte wie so oft bereits schon während der Ernte vor und überhäufte den Jahrgang mit Superlativen von „Jahrhundert-Jahrgang“ bis hin zu „der Beste aller Zeiten“. Solche Pauschalaussagen sind natürlich, wie immer mit Vorsicht zu genießen. Doch, dass sich da etwas Großes anbahnte, war den Kellers durchaus bewusst. Sie erinnerten sich an die Weisheiten ihres Urgroßvaters Friedrich Keller, der zu sagen pflegte: „Kleiner Rhein – großer Wein!“ Er bezog sich darauf, dass immer dann, wenn der Rhein im Herbst aufgrund geringer Niederschläge wenig Wasser führte, die alten Weinberge im Kampf um Nährstoffe zur Höchstleistung aufliefen und besonders kleinbeerige, komplexe und hocharomatische Trauben lieferten, die die Grundvoraussetzung eines großen Jahrgangs mit herausragendem Reifepotenzial sind. Denn ausschließlich alte und dichtbestockte Rebanlagen profitieren von diesen Bedingungen, nur dort, wo die Wurzeln tief im Kalkstein oder Schiefer verankert sind, ist es möglich auch in solch trockenen Jahren wie 2018 spannende Inhaltsstoffe in die Beeren zu transportieren. Insofern schließt 2018 tatsächlich an die Jahrhundertjahrgänge 1911, 1959 und 2001 an, den drei regenärmsten Jahren in Rheinhessen im letzten Jahrhundert. Diese Jahrgänge reiften, bzw. reifen hervorragend und gehören zu den ganz Großen! Doch auch 2018 hielt wieder eine (unangenehme) Überraschung bereit, wie aus dem Nichts traf Anfang Juni ein heftiges Gewitter mit Hagelkörnern ausgerechnet wieder die Reben in Morstein und AbtsE und vernichtete so innerhalb weniger Minuten fast ein Drittel aller Trauben. Danach hatte die Natur dann aber wieder ein Einsehen und so gab es zur Lese Trauben wie aus dem Bilderbuch. Grau- wie auch Weissburgunder sind aufgrund ihrer exzeptionellen Reife saftig wie nur selten und der Grüne Silvaner strotzt vor vibrierender Energie und Eleganz, Aromen von Bitterorange und Grapefruit vermählen sich mit kalkiger Mineralität, dies bei moderatem Alkohol! Glück pur!  Und so ging es beim Riesling auch weiter. Wir können uns an keinen besseren „Basis-Riesling“ bei Kellers erinnern. Das Bouquet betörend mit Blutorangen, wilden Hefen und getrockneten Blumen. Tiefgründig am Gaumen, dicht und fokussiert, unerhört gut für einen QbA! Als Ende September die Temperaturen soweit fielen, dass man morgens Eis von den Windschutzscheiben kratzen mussten, ging es mit der Lese der Riesling Parzellen für den „von der Fels“ so richtig los! Dieses Mal kommt er ausschließlich aus sehr alten Anlagen, da die Jungreben aufgrund der Trockenheit früh entlastet wurden und aus diesen Trauben in 2018 kein Wein erzeugt wurde. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Ein ultrapurer und vibrierender Wein voller Zitrus und floralen Aromen, leicht rauchig im Abgang mit einer Komplexität und aromatischen Präzision, wie man sie sonst nur bei den besten großen Gewächsen findet. Großartig!

Hier geht´s zu den Weinen von Klaus-Peter Keller.

 

Weingut Egon Müller
Mosel

Jedes Jahr erwarten wir mit Spannung den Jahrgangsbericht von Egon Müller, gibt er doch bereits im tiefsten Winter einen guten Eindruck davon, was wir bei den Fassproben im März erwarten können. Wir zitieren: „Der Winter 2017-2018 war mild und regnerisch. Insbesondere im Dezember und Januar gab es sehr viel Niederschlag. Februar und März waren etwas kälter als der Durchschnitt, aber im April verbesserte sich das Wetter und April und Mai waren die jeweils wärmsten Monate seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Die Reben trieben zwar recht spät aus, wuchsen dann aber sehr schnell …Die Blüte begann früh, verlief gut und war am 5. Juni zu ende…Im Juli wurde es heiß und trocken. Die Witterung begünstigte die Entwicklung der Weinberge und Laubarbeit …Im August wurde es sehr heiß mit Temperaturen bis zu 37°. Anfangs stiegen die Mostgewichte rasant an und zeitweise rechneten wir mit einem Lesebeginn Mitte September. Der September war aber eher durchschnittlich und der Mostgewichtsanstieg verlangsamte sich etwas …Am 24. September begannen wir mit der Traubenlese, nachdem am Wochenende ein Sturmtief durchgezogen war …Während der gesamten Lese blieb es trocken, meistens sonnig und warm mit Temperaturen bis zu 28°. Der Anteil an edelfaulen Trauben nahm zwar langsam zu, blieb aber bis zum Ende sehr klein. Die Qualität der Botrytis war aber hervorragend und durch die anhaltende Trockenheit begannen auch die gesunden Trauben zu schrumpfen und die Mostgewichte stiegen immer weiter, während die Menge entsprechend zurückging. Am 20. Oktober brachten wir die letzten Trauben ein. 2018 ist für uns die größte Ernte seit langer Zeit. Der durchschnittliche Ertrag lag bei 51 hl/ha. Wir sind begeistert von der Qualität der Trauben und glauben, für jedes Prädikat genau die Qualität

Hier geht´s zu den Weinen von Egon Müller

 

Weingut Franz Keller
Oberbergen am Kaiserstuhl

Das Weingut Franz Keller kam vor mehr als hundert Jahren wieder in den Besitz der Familie und steht mittlerweile seit Jahrzehnten für durchgegorene Weine und spiegeln so, das ganze Potential des Kaiserstuhls und seines einzigartigen Mikroklimas wider. Fritz und Friedrich Keller sowie ihr ganzes Team setzt er sich kompromisslos für Qualität ein, angefangen beim individuell auf Boden und Mikroklima abgestimmten Pflanzgut, über schonende Bearbeitung der Reben, bis zur Lese zum optimalen Zeitpunkt. Mit dem neuen Weingutsgebäude wurde auch der Ausbau der Weine in Edelstahl oder in traditionellen Eichenholzfässern und Barriques weiter optimiert. Keller-Weine sind stets ideale Speisenbegleiter. Übrigens seit Friedrich Keller mit dem Jahrgang 2014 ins Weingut eingestiegen ist, hat sich der Stil deutlich geändert und auch qualitativ haben die Weine nochmal einen großen Sprung gemacht. Burgund ist das eindeutige Vorbild, welches hier aber nicht kopiert wird, sondern vielmehr mit badischen Begebenheiten individuell interpretiert wird. Weine voller Spannung und Feinheit, die durchaus bereits in ihrer Jugend Freude bereiten und wunderbar als Speisebegleiter funktionieren aber zudem immenses Potential aufweisen. Im Jahrgang 2016 gibt es mit dem Enselberg ein neues Großes Gewächs in der Kollektion, da die Rebflächen des Enselberg von Erster Lage auf Großen Gewächs Status hochgestuft wurden. Ein leicht reduktiver und sehr energetischer Pinot Noir, der mit ordentlich knackiger Frucht, rauchigen Zügen und Kräuterelemente auftritt. Dabei ist der Wein am Gaumen schlank, mit dynamischer Säure und sehr guter Länge. Mehr als zu Recht ein Großes Gewächs!

Hier geht´s zu den Weinen von Franz Keller.