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Burgund 2017 (rot)

Burgund 2017 (rot)

Domaine Robert Groffier

Nicolas Groffier war zufrieden mit den Mengen in 2017 und äußerte sich sehr angetan über die Qualität. Dennoch betonte er, dass man die Erträge im Auge behalten musste, um so die ideale Qualität zu gewährleisten. Dies war offensichtlich der Schlüssel zu den durchweg außergewöhnlichen Weinen, wie wir sie vom Fass probieren konnten.

Die Stilistik des Weinguts, die noch zu Nicolas` Vater und Großvaters Zeiten eher ein wenig barock und füllig war, ist mehr und mehr einer schlanken und straffen Interpretation gewichen, bei der die Weine sich nuanciert und feingliedrig aber dennoch konzentriert und druckvoll präsentieren. Insbesondere die berühmten Lagen Amoureuses, Bonnes Mares und Clos de Bèze gehören in die absolute „High End“ Kategorie des Burgunds.

Jünger getrunken - und genau das macht insbesondere in 2017 unglaublich viel Freude - sind die Village und 1er Cru Weine fast genauso spektakulär.

Beispielhaft zeigen soll dies die Beschreibung des Chambolle Hauts Doix, des kleinen Bruders von Amoureuses. Der Weinberg formt die nördliche Flanke von Amoureuses und bedeuet „hohe Quelle“. Hauts Doix ist weit weniger bekannt als Amoureuses, aber regional wie auch stilistisch nah an dessen Qualität. Der Preis ist aber deutlich niedriger:

„Ein sachter Impuls von roter Kirsche, Pfingstrose und Nadelholz mit guter Konzentration am Gaumen Konzentration. Hocharomatische, flüssige Frucht, die harmonisch nach außen strahlt mit Balance, Festigkeit, Eleganz und weichem Schmelz. Dezente Kalkmineralik im Finish.“

Aber auch bei der Dominanz der hochklassifizierten Weine sollte man den Bourgogne nicht vergessen, der qualitativ weit über seiner Kategorie steht. Exzellent!

Hier geht´s zu den Weinen von Groffier

 

Domaine Denis Mortet

Arnaud Mortet hat mit dem 2017er Jahrgang Weine geschaffen, die das Prädikat perfekt verdienen. Finesse, Eleganz und präziser Fokus beschreiben Weine, die sich grundsätzlich recht zugänglich zeigen, aber dank ihrer perfekten Komposition lange werden reifen können. Diese Feinheit und Eleganz ziehen sich durch seine gesamte Kollektion, wobei es verblüffend ist, wie die Weine stets deutlich ihr Terroir zeigen. In ihnen liegt eine Transparenz und klare Frucht, die jene des letzten Jahrgangs (2016) nochmal in den Schatten stellt. Wieder beeindrucken die Weine aus den Grand Cru- Lagen Mazis-Chambertin, Bonnes Mares und Chambertin am meisten. Ihnen gelingt es, wie grundsätzlich allen Weinen bei Mortet in 2017, bei aller Dichte und Komplexität eine Feinheit und Faszination an den Tag zu legen, die ihresgleichen sucht. Situatives und maximal treffendes Agieren im Weinberg und der passende Umgang mit den Trauben im Keller haben zu diesem wirklich magischen Ergebnis geführt. Der optimale Holzeinsatz setzt dem Ganzen noch die Krone auf.

Auffallend sind wiederum u.a. der Cinq Terroirs und der Lavaux St. Jacques 1er Cru. Der Cinq Terroirs kommt mit dunkler Kirschfrucht, dezenter Würze und feinem Saft, während der Lavaux St. Jacques massiv und doch fein mit dunkler Frucht, Estragonwürze, kühler Tiefe und einem staubigen, robusten Tannin im Glas steht. Große Weine, die relativ früh zugänglich sind, aber zudem mit gutem Potential ausgestattet sind. 

Hier geht´s zu den Weinen von Mortet

 

Domaine Anne Gros

Anne Gros hat damit begonnen, sukzessive mehr Verantwortung an ihre Tochter Julie zu übergeben. Diese schildert den Jahrgang 2017 als weitestgehend unproblematisch von ein paar Nächten des Zitterns bezüglich Frost Ende April abgesehen. Die Erträge waren gut, ohne übermäßig zu sein, selbiges gilt auch für die Reife der Trauben. Den Stil ihrer 2017er beschreibt Julie als schmeichelnd und zugänglich. Eine Einschätzung, die wir nach unseren Fassproben bestätigen können. Ein gutes Beispiel hierfür ist der Bourgogne Blanc "Clos de l'Eglise", fein duftend nach weißen Blüten, Pfirsich und Honig. Ihm gegenüber zeigt der Hautes-Côtes de Nuits Blanc mehr auf Grapefruit and Birnenaromen, all das abgerundet von feiner, frischer Säure. Floral, schwarzfruchtig und erdig präsentiert sich der Bourgogne rouge, dabei elegant und verspielt. Der perfekte Burgunder für alle Anlässe. Weicher und zugänglicher in der Art ist der Bourgogne Hautes Côtes de Nuits. Er schmeichelt dem Gaumen mit seiner seidigen und zu-gleich saftigen Textur. Feingliedrig und elegant, beweist der Chambolle Musigny Combe d ́Orveaux - aus der einzigen Lage im Burgund, die sowohl als Village, Premier Cru und Grand Cru (Musigny) klassifiziert ist - dass auch ein Villagewein seiner noblen Herkunft gerecht werden kann. Dichter und kräftiger konstituiert, ausgestattet mit einer ausgeprägten rotfruchtigen Erdigkeit, beweist der echte Grand Cru Klasse, ein Umstand, der leider bei weitem nicht für alle unter dieser Appellation verkauften Weine gilt. Der Clos Vougeot des Hauses ist inzwischen ein moderner Klassiker, und in 2017 wird dieser Wein bei Gros seinem Ruf wieder einmal gerecht: Dunkle, erdige und eisenartige Aromen vermählen sich zu einem muskulösen Körper, der sich lediglich dem noch zurückhaltenderen, jedoch unglaublich langen und dichten Richebourg beugen muss, der alle Anlagen eines wahren Grand Vins besitzt. Eine wirklich charmante Kollektion, die zum Trinken einlädt!

Hier geht´s zu den Weinen von Anne Gros