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2017: Niellon, Villaine, Joblot und Raquillet

2017: Niellon, Villaine, Joblot und Raquillet

 

Domaine Michel Niellon 

Die vielfach verheerenden Schäden aufgrund von Frost oder Hagel, die in den vergangenen Jahren in frustrierender Regelmäßigkeit viele Winzer in Burgund trafen und sich teilweise zu einer existenziellen Bedrohung auswirkten, hatten im Jahrgang 2016 ihren vorläufigen Höhepunkt. Im Jahr 2017 ist glücklicherweise, wieder eine mengenmäßig fast normale Ernte zu registrieren.

Wie wir schon zuletzt über die Weine von 2015 und 2016 positiv vermeldeten, setzt sich die aus unserer Sicht äußerst positive Entwicklung auch in 2017 bei Niellon weiter fort. Die Weine sind deutlich präziser, (relativ) schlank und überzeugen mit einer aromatischen Klarheit und gleichzeitigen Dichte, ohne dabei den cremigen Niellon Stil aufzugeben. Drei Weine möchten wir an dieser Stelle besonders herausheben. Den kargen und fokussierten Chassagne-Montrachet Chaumées 1er Cru, der in 2017 wunderbar geraten ist. Er ist mineralisch, strahlend und ungemein lebendig, so dass er mit einem beeindruckenden Trinkfluss bereits in einer Jugend aufwartet.  Der Chassagne Montrachet Clos St. Jean - von alters her eigentlich eine Rotweinlage – zeigt in 2017 viel Struktur und Präsenz ist aber außerdem mit der jahrgangstypischen Frische gesegnet, was dem eher maskulinen Wein eine faszinierende Leichtigkeit verleiht. An der Spitze ein Chevalier-Montrachet Grand Cru, der in vollem Umfang zeigt, woraus ganz große weiße Burgunder gemacht sind. Hier trifft ultimative Komplexität und Tiefe auf Eleganz und Finesse.

Tolle weiße Burgunder mit der typischen Chassagne- Erdigkeit, Tiefe und Eleganz!

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Domaine de Villaine

Pierre de Benoist ist rundum zufrieden mit einem Jahrgang 2017, den er als „harmonisch“ bezeichnet. Nach einem mengenmäßig katastrophalen Jahr 2016 (Verlust insgesamt 60%), spielten für ihn nun alle Komponenten – die Arbeiten im Weinberg, die weitgehend gesunden Trauben sowie die Wetterbedingungen – im richtigen Verhältnis zusammen. Im frühen Stadium präsentierten sich die Weine bereits mit enormer Frische, Klarheit und Energie – rassig, einfach, voll, animierend und zugänglich.

Das weiter gewachsene Portfolio der Domaine de Villaine umfasst nunmehr drei zusätzliche 1er Crus aus Rully, die aus 2016 zwar nur in sehr kleinen Mengen zur Verfügung stehen, aber die die Klasse dieses für die Cote Chalonnaise herausragenden Weinguts deutlich anheben.

Die vielfach noch unterschätzte Rebsorte Aligoté, erfährt in den Händen von Pierre de Benoist eine Renaissance und einen qualitativen Höhenflug. Der Chardonnay Les Clous Aimé vibriert vor Fische und Mineralität, Frucht und florale Elemente wirken perfekt zusammen. Nach einigen Monaten Flaschenreife ist Trinkspass garantiert.

Die inzwischen stattliche Reihe der Rully Weine (4x weiß, 1x rot) hebt diese Appellation mit eigenständigen, individuellen Lagen und Terroirs sowie mit ihrer Vielfalt in die Kategorien der Cote de Beaune. Bei einer vergleichenden Verkostung mit Weinen aus Puligny hat beispielsweise der Rully Gresigny 1er Cru ohne weiteres Paroli geboten. Zwar haben Rotweine nicht den Tiefgang ihrer Kollegen von der Cote de Beaune/ Cote de Nuits, aber aufgrund ihrer hochtönigen Frucht, ihrer Lebendigkeit und ihrer Energie sind sie dennoch ernsthafte Alternativen – besonders, wenn man die vernünftigeren Preise bedenkt. Die Cote Chalonnaise ist zunehmend eine Region für Entdeckungen und Überraschungen und erweitert damit das Spektrum der interessierten Burgundliebhaber.

Hier geht´s zu den Weinen der Domaine de Villaine. 

 

Domaine Joblot

Jean-Marc und sein Bruder Vincent kreieren Jahr für Jahr Weine, die man in einer Blindprobe nur schwer ihrer konkreten Herkunft zuordnen kann. Die Weine lassen den oft üblichen rustikalen Touch ihrer Region völlig missen und sind stets ungemein fein und elegant. Nach den winzigen Mengen des letzten Jahrgangs, war Mutter Natur in 2017 zum Glück wieder großzügiger, so dass wir Ihnen auch wieder die tollen Weißweine anbieten können. Die beiden roten Klassiker, der Servoisine und der Cellier aux Moines strahlen wunderbar in 2017. Cellier ist wieder zu 100% entrappt, Servoisine bekommt stets einige ganze Trauben bei der Vergärung untergemischt, so dass die Tanninstruktur markanter ist. Die Spitze der Hierarchie bei Joblot beschreibt der 1er Cru L`Empreinte, eine Cuvée aus den besten Parzellen der vier 1er Crus der Domaine (neben Servoisine und Cellier auch noch Clos Marole und Bois Chevaux). In 2017 ein frischer, animierender und fruchtintensiver, aber durchaus dichter und tiefgründiger Pinot, der ganz besonders in Blindproben für Überraschungen gut ist und immens Spaß auf gehobenem Level bietet. Hier bekommt man sehr viel Wein für sein Geld.

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Domaine Raquillet

Nach zunächst nur zögerlichen Käufen sind die Kunden auf den Geschmack der Domaine Francois Raquillet gekommen: Alle Vorjahrgänge sind komplett ausverkauft. Diese Erfahrung stützt die These, dass angesichts der teilweise beunruhigenden Preisentwicklung, zunehmend die eher unbekannten Regionen des Burgunds (wie u.a. Rully, Mercurey) mehr und mehr in den Fokus rücken.

Francois Raquillet gelingen auch 2017 Weine von seidiger Textur und feinsten Fruchtnuancen. Prägend sind hierfür die relativ alten Reben. 40-60 Jahre alt sind sie bei „Les Naugues“, der zu 50% in neuen Fässern ausgebaut wird, tiefgründig erscheint und mit fleischiger, schwarzer Kirschfrucht fasziniert. Über 60 Jahre alt sind die Reben des „Veleys“ (kraftvoll, rassig) und des „Vieilles Vignes“ (feinaromatisch, ungemein geschliffen und elegant). Der optimale Trinkzeitpunkt empfiehlt sich für die 1.crus bei 5-10 Jahren, der Vieilles Vignes zeigt seine Eleganz hingegen unmittelbar und hält sein Level mindesten 5-8 Jahre lang. Primus der Kollektion ist der „Révélation“ aus einer im Veleys isolierten Parzelle mit 100-jährigen Reben. Der Wein war zu 2/3 in neuem Holz und zu 1/3 in einjährigen Fässern. Ungefiltert abgefüllt ist dies ein sogenannter „vin de garde“, mit einem Potenzial von 15-20 Jahren. Fleischige Frucht, dicht und intensiv: Ein Unikat für die Region! Der weiße Veleys ist eine Rarität, er macht nur 2% der lokalen Produktion aus. Ähnlich wie bei Villaine, macht der Chardonnay viel Druck, er hat Frische und feine Spannung. Außerdem besticht der Wein durch ein exzellentes Preis-/ Genussverhältnis.

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