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Domaine de Montille
Meursault

 
Die Domaine, die schon im letzten Jahrhundert beständig feine Weine produzierte, hat im Laufe der letzten 20 Jahre völlig neue Standards gesetzt und das Niveau auf ein anderes Level gehoben. Remington Norman, Master of Wine und Autor von The Great Domaines of Burgundy, nennt De Montille „eine der kostbarsten und vorzüglichsten Domainen ganz Burgunds“.
 
Es einschien uns mehr als angemessen, nun die Ankunft der 2018er Weine zum Anlass zu nehmen, dieser wunderbaren Domaine mit der Vielfalt ihrer Weine - vom Bourgogne bis zu den Grands Crus - , ihrem wegweisenden ökologischen Konzept und ihrer ungewöhnlichen Geschichte einen ausführlichen Newsletter zu widmen. Dabei möchten wir, neben dem aktuellen 2018er Jahrgang, unseren Blick auch auf die feinen 2017er richten.

Die Domaine

De De Montille ist eine traditionelle, weinstilistisch konservative Domaine, zumindest galt dies noch zu Zeiten des Patriarchen Hubert. Hubert de Montille, der die Domaine seit 1954 alleinverantwortlich führte, war einer der höchst eigenwilligen Charakterköpfe Burgunds dessen Sturheit und Eigensinn legendär sind. In dieser Zeit war die Domaine gerade mal 2,5 ha groß. Daneben war der Beruf eines Anwalts ein wesentlicher Teil seines Lebensinhaltes. Diesen übte er auch neben der Leitung der Domaine bis zu seinem Ruhestand aus.
 
Heute gibt Sohn Etienne eine Richtung vor, die zeitgemäße Züge und Offenheit für Veränderungen mitbringt ohne dabei, die positiven Elemente der Vergangenheit auszuschließen. Neben der Domaine de Montille hat der ehemalige Banker Etienne 2012 mit Hilfe von Investoren und Weinliebhabern das Château de Puligny-Montrachet für ca. 20 Mio. Euro erworben (14 ha). Mit dem gemeinsamen Erwerb wertvoller Lagen zusammen mit der Familie Seysses (Dujac),  aus dem Verkauf der Domaine Thomas Moillard in 2005 und dem 2003 gegründeten Handelshaus ‚Les Deux Montilles' deckt das gesamte Portfolio einen großen Bereich von wertvollen Village- bis zu Grand Cru Weinen sowohl an Cote de Beaune als auch Cote de Nuits, Cote Chalonnaise und Chablis ab. Zusammen umfasst der Besitz aktuell etwa 37 Hektar.
 
Die größte Veränderung war 1995 die Umstellung auf biologische Landwirtschaft, seit 2005 ist man voll biodynamisch, seit 2012 zertifiziert „Ecocert Bio“.
Seit Jahrgang 2017 werden sämtliche Weine unter dem Etikett der Domaine gefüllt. Auch die Weine von Deux Montille und Chateau de Puligny-Montrachet sind somit nun unter einem Label vereint.

Stilistik

Das Portfolio der Domaine de Montille ist eines der vielfältigsten in Burgund und umfasst neben  Toplagen auch weniger bekannte Appellationen wie Rully, St. Romain und Montagny.
Als Hauptverantwortlicher für die Weine hat Kellermeister Brian Sieve die Stilistiken zusammengeführt und geprägt. Schon zu Zeiten Hubert`s waren die Weine bekannt für Ihr hervorragendes Alterungspotenzial.

Unverkennbar ist nach wie vor, das Bestreben nachhaltige, alterungsfähige Weine herzustellen. Etiennes Einstellung ist es, die Weine in ihrer Jugend zugänglicher zu machen, die nun weit entfernt sind von den manchmal radikal abweisenden, verstörend spröden Jungweinen aus den Tagen von Hubert de Montille. Dies wird erreicht durch besseres Weinbergsmanagement, geringere Erträge, Verzicht auf chemische Düngung (gemäß Biodyn). Darüberhinaus sind bestmögliche phenolische Reife, eine sensible Weinbehandlung durch behutsame Extraktion, der flexible Einsatz ganzer Trauben (0-100% je nach Jahrgang und Lage) bei der Vergärung weitere Parameter.

Aktuell sind die Weine im jungen Stadium bisweilen dezent zurückhaltend, manchmal durchaus expressiv, wenn es der Jahrgang zulässt. Unter Etiennes Leitung und mit Brian`s Fähigkeiten zeigen die Weine deutlich mehr aromatisches Profil ohne ihre klare Struktur und ihren Charakter großer Reinheit aufzugeben. Das Ziel ist es stets, der Balance und Eleganz vor Extraktion und Power den Vorzug zu geben. Die Weine zeigen sich homogen. Mit enormer Präsenz und Frische, Druck und Spannung bei den Weißen, Dichte, Präzision und Reinheit der Frucht bei den Roten - um ein paar wesentliche Merkmale aufzuzählen.
Der erkennbare Lagenausdruck ist ein weiteres wesentliches Merkmal, was folgerichtig aus der Gesamtheit der Maßnahmen resultiert. 

Vinifikation

Die Vinifikation ist bei de Montille seit 2005 100% biodynamisch. Der Neuholzeinsatz beträgt max. 50% (nur bei den Topweinen. Jahrgangsabhängig erfolgt eine partielle Ganztraubenvergärung, die je nach Sorte unterschiedlich ist.
Die Weine verbleiben 14-20 Monate in den Fässern bevor sie ohne pumpen in Stahltanks gefüllt werden, wo sie bis zur Füllung verbleiben. Die Gesamtfläche von 37 ha soll nach Entscheidung von Etienne nicht mehr als 200.000 Flaschen pro Jahr produzieren. De Montilles Weine haben inzwischen einen festen Kreis von Liebhabern unter unseren Kunden gewonnen und wir tragen dem erweiterten Spektrum des Montille`schen Weinbesitzes auch Rechnung.
 
Eine zeitgerechte Lese, um den Erhalt der Säure und vor allem der aromatischen Reinheit und der vom Terroir geprägten Eigenart eines jeden Weins zu erhalten, ist wesentliche Prämisse, die allen Weinen hier gemein ist. Dazu spielen der Aufenthalt für ca. drei bis vier Monate in Edelstahltanks, der erwähnte moderate Einsatz von neuen (20-30%/ 50% bei Grands Crus) 228l Fässern mit nur leichtem Toasting sowie auch die Verwendung größerer Fässer, wie Demi muids (ca. 600l), eine wichtige Rolle im Keller.
 
Domaine de Montille liefert die ganze Faszination der Côte d`Or!

Die Lagen und ihre Weine 

Weiß:

Bourgogne blanc
verschiedene Parzellen in Meursault, Puligny und Chassagne, stilistisch an Klarheit und der Frische der Frucht orientiert.
 
Bourgogne  de Clos du Chateau (5 ha)
Die Trauben kommen vom 5 ha Weinberg um das Chateau de Puligny. Klassischer Puligny Stil mit Feuerstein-Reduktion, floral, mit purem Zitrusprofil.
 
Beaune Les Aigrots 1er Cru  (0,49 ha)
Die Montille Parzelle liegt am Fuß des Abhangs auf einem Lehm-Ton-Kalkboden, in einer leichten Senke. Die Weine sind fruchtig und generös, fleischig mit feiner Mineralität.
Die Lage grenzt im Süden an den berühmten Clos des Mouches.
 
Meursault „Saint Christophe“-Village
Ist seit dem Jahrgang 2016 im Montille Portfolio. Es vereinigt 3 Climats, namlich Casse Tete, Petits Charrons und les Narvaux du dessous. 3 Lagen bekannt für ihre außergewöhnliche Qualität. Bemerkenswerterweise liegt Saint Christophe in der Mitte der Meursault Lagen. Die Weine sind Ausdruck der 3 Lagen: großzügig der Petits Charrons, mineralisch der Casse Tete und komplex der Narvaux.
 
Meursault 1er Cru Poruzot(0,63 ha)
Wird nach Süden hin von Genevrières begrenzt. Die Weine zeigen oft viel Grip und eine untergründige Mineralik. Charaktervolle Weine mit oft deutlichen klaren Nuancen. Der Boden ist steinig, auffällig durchsetzt mit Kieseln.
 
Meursault 1er Cru Les Perrières (0,45ha)
Wird oft als der „Grand Premier Cru“ Meursaults bezeichnet.
Alles in allem kommen nur Genevrières und Charmes auf ähnliches Niveau, vereint er doch die Eigenschaften beider. Die Mineralik von Genevrières und die reizvollen „Rundungen“ des Charmes. Dies ist mit Sicherheit der gewichtigste Cru in Meursault und derjenige, der am längsten reifen kann.
 
St. Aubin Remilly 1er Cru (1,7 ha)
Eine der beiden (neben Dents de Chien) Toplagen von St. Aubin. Sie liegen auf der Rückseite der Anhebung der Montrachet Lagen nach Süden ausgerichtet, relativ steil und erodiert, was in einem heißen und sehr trockenen Jahr zu Ausfällen führen kann. Kraftvolle Weine, die an die Qualität einiger Lagen in Chassagne heranreichen können.
 
Puligny Montrachet Village (1,48 ha)
Herkunft ist alles. Ein Großteil der Parzelle gehörte vormals zu der 1.cru Lage Chalumeaux und wurde deklassiert, weil der Vorbesitzer 20 cm fruchtbaren Oberboden illegal auftrug. Die Zeit heilte den Schaden und die biologische Bewirtschaftung brachte die Wurzeln zurück zum Originalterroir. Deshalb ist dieser Village absolut ungewöhnlich in seiner Dichte und Komplexität. Es ist der einzige Village AOC in der Mitte der Puligny Hanglagen und zwischen den 1er Crus.
 
Puligny Montrachet La Garenne 1er Cru (0,14ha)
Garenne ist der nördlichst gelegene Weinberg in Puligny, wenig unterhalb des angrenzenden Waldstücks. Der Name weist auf Wald hin, der früher für lokale Fürsten zur Jagd reserviert war. Die Böden sind sehr leicht und erodiert, was zu eher finessebetonten als gewichtigen Weinen führt.
 
Puligny Montrachet 1er Cru Les Caillerets (0,85 ha)
Die Fortsetzung von Montrachet nach Norden, aber ohne die magische Neigung gen Süd und Ost, was der Grand Cru für sich hat. Besonders steinig, aber mit etwas mehr Oberboden als der darüber liegende Chevalier Montrachet. Die Domaine Chartron als immer noch größter Besitzer verkaufte in schwierigen Zeiten 1993 Teile an Montille.
Der Name Caillerets ist ein Zeugnis für die  steinigen und kieselreichen Böden. Es braucht ungefähr 4-6 Jahre bis der Wein seine wahre Größe zeigt.
 
Chevalier Montrachet Grand cru (0,23 ha)
Chevalier ist zwar Nachbar von Montrachet aber ein komplett anderer Wein. Er liegt im höheren Teil des Hangs, ist steiler und kühler. Der Oberboden ist flacher im steileren Gelände, weswegen der Wein weniger Tiefe und Duftigkeit zeigt. Der tiefere Boden besteht weitgehend aus kugelförmigem Kalkstein durchsetzt mit Kalk; sog. „Stein von Chassagne“, und einer speziellen Sorte Mergel. Chevalier ist ein eher spielerischer Wein, extrem detailreich und voller Finesse. Die Textur lässt sich auch mit der eines großen trockenen Rieslings vergleichen.
 
Corton Charlemegane Grand Cru (1,02 ha)
Gelegen im absoluten Herzstück des Cortonberges, nach Südwest geneigt. Dies verhindert eine unerwünschte Überreife, die schon mal nach Süden ausgerichtete Parzellen hier benachteiligen kann. Dies ist unstrittig der „Charlemagne“ des Corton. Die Weine sind kraftvoll, rassig, vollmundig, gleichzeitig eindrucksvoll strukturiert, dicht und voller Eleganz. Im Abgang lang und mit feiner  Salzigkeit. Ebenfalls ein Langläufer, der nach ca 4-5 Jahren sein Potenzial offenbart.
 
Rot:

Bourgogne rouge (3,28 ha)
aus 2 Parzellen in Volnay - lieu dit „Longbois“ und aus der App. Puligny. Klassischer, von sauberer Aromatik der Frucht geprägter Stil.
 
Beaune Perrières 1er Cru (0,64 ha)
gelegen am nördlichen Ende von Beaune, an der Seite eines früheren Steinbruchs, was sich auch im Namen ausdrückt. Dichte, straffe Weine mit z.T. deutlich mineralischer Komponente und saftiger, klarer Frucht.
 
Beaune Grèves 1.cru(1,26 ha)
Hier befinden wir und im Herzteil von Beaune mit am meisten strukturierten, körperreichen  Weinen der Appellation. Die rötlichen Kalk-Schotterböden sind mit Eisenoxid durchzogen. Die Weine sind meist charakteristisch erdig, floral und leicht würzig mit einer bei Beaune-Weinen raren Finesse.
Mit das Beste, was man in der Appellation finden kann und anderen großen Weinen der Cote d`Or ebenbürtig.
 
Pommard Les Cras-Lieu dit (0,5ha)
Einzige rote Dorflage an der Cote de Beaune im Montille Sortiment. Name weist auf die steinige(Kiesel), geröllartige Zusammensetzung des Bodens hin. Die Parzelle liegt im oberen Teil zwischen den 1.crus „Combes dessus“ und „Clos Micot“.
 
Pommard Pezérolles 1er Cru (1,35ha),
gelegen nahe der Grenze zur Gemarkung Beaune, direkt über Petits Epenots. Der Oberboden besteht aus weißem Mergel, was bedeutet, dass die Weine weniger wuchtig wirken als der große Rest von Pommard.
 
Pommard Rugiens Bas 1er Cru (1,02 ha)
Die Qualität der besseren Parzelle „Bas“(neben „Hauts“) ist herausragend. Rugien gilt als heimlicher Grand Cru. Das braune Lehm/Ton Gemisch des Bodens besitzt einen Anteil Eisenoxyd, was den Weinen eine an der Cote de Beaune unvergleichliche Kombination aus Kraft und Distinktion verleiht. Kompletter Wein mit  allen notwendigen Eigenschaften für Komplexität, Tiefe und Langlebigkeit.
 
Nuits St. Georges Thorey 1er Cru (0,73ha)
Feine Kieselböden oberhalb von aufgebrochenen eisenhaltigen schweren Steinen, die wiederum absteigend von den darüberliegenden Hügeln. Der Weinberg ist großartig gelegen nach Süden und Osten in ähnlicher Weise wie Clos St. Jacques in Gevrey Chambertin. Die Weine sind oft anspruchsvoll und komplex, aber kaum bekannt.
Ein Teil des Plots von Montille ist aus dem wertvollsten Part in der Mitte des Thorey (Clos de Thorey)
 
Volnay Champans 1er Cru (0,96 ha)
Der Weinberg ist erstmals erwähnt 1232. Sehr steinig mit rot-braunem Boden und sehr guter Drainage. Tiefer im Untergrund findet man Kalk mit Mergel im darüber liegenden Bereich und weiter oben im Weinberg angeschwemmten Schlicksand. Champans gilt als Quintessenz des Volnay.
 
Volnay Taillepieds 1er  Cru (1,51 ha)
Der Weinberg hat es lange Zeit den Ducs de Bourgogne angetan, die einen stattlichen Teil daran besaßen. Seinen Namen hat „Taillepieds“ von dem relativ steilen Hang voller Kies-Schotter, an dem sich die Winzer die Füße verletzten. Nach Süden hin gelegen findet sich in der Mitte feiner brauner Lehm und eine Fülle kleiner Steine. Taillepieds ist ein Paradebeispiel für aromatische Reinheit, Präzision und strukturelle Strenge. Alle Elemente mit Mineralität, Reinheit, Strenge und Eleganz bündeln sich seiner rigorosen Erscheinung.
 
Corton Closd du Roi Grand cru (0,83 ha)
Clos du Roi gilt als feinster Wein unter den Grands crus des Corton Berges.Wie Taillepieds war der Weinberg ehemaliger Besitz der Ducs de Bourgogne. Nach dem Tod des letzten Duc 1477 ging die Lage in den Besitz Louis XI über. Der Weinberg ist nach Südosten ausgerichtet, liegt in der Mitte des Abhangs und profitiert von dem dortigen Ton-Kalk Boden bester Qualität. Stoffig, komplex , aromatische Tiefe und die hohe Qualität der Tannine verbunden mit  Lebendigkeit und Frische zeichen die Weine aus.
 
Clos Vougeot Grand Cru (0,29 ha)
Größter klassifizierter Weinberg der Cote d`Or (51 ha Grand Cru)
Montille besitzt knapp 0,3 ha im mittleren Teil. Generell kraftvolle, dichte ausdrucksstarke Weine, meist mehr Kraft als Finesse.
 
Vosne Romanée Malconsorts 1er Cru (0,89 ha)
Malconsort ist die südliche Verlängerung des berühmten La Tache Weinbergs (Monopol der Domaine Romanée Conti) und  profitiert von seiner außergewöhnlichen Lage, mit einer Höhe, Ausrichtung und Bodentyp sehr ähnlich seinem illustren Nachbarn könnte er auch ein Grand Cru sein. Die Parzelle von Montille ist im oberen Teil gelegen (Boden: steiniger brauner Ton)
Die Weine sind von geradezu verschwenderischer Eleganz und Finesse. Aromatische Komplexität, die floralen, duftigen, oft würzigen Noten, die Seidigkeit der Tannine, die Tiefgründigkeit sind eine Dimension für sich.
 
Vosne Romanée Malconsorts 1er Cru Christiane (0,49ha)
Die 2. Parzelle im Besitz von Montille. Benannt nach der Ehefrau von Hubert, der Mutter von Etienne und Alix. Diese Parzelle hat eine außergewöhnliche Geographie. Sie grenzt an einen kleinen Pfad, der Malconsort von La Tache trennt. Eine Enklave, die sich anschmiegt an die Nord- und Westränder von LaTache. Die Parzelle ist jedoch trotz der kuriosen geographischen Lage kein Teil von La Tache, weder aktuell noch historisch.

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